Suchergebnisse bei Google –
wer kommt auf Seite 1 der Google Suchergebnisse?

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie:

  • warum es wichtig für Ihr Unternehmen ist, Ihre Internetseite für Ihre Besucher zu optimieren
  • wie Sie sich vor Ihrem Wettbewerb platzieren

Neulich durfte ich einen kleinen Vortrag vor 15 Unternehmern halten. Alles erfolgreiche und gestandene Geschäftsführer oder Inhaber von mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Die erste Folie meiner Präsentation hieß: „Kommunikation in den Sozialen Medien im B2B. Mit wenig Ressourcen viel erreichen“.

Ich zählte kurz die vier wichtigsten Kanäle Xing, LinkedIn, Youtube, Google my Business und Facebook und ihre Besonderheiten auf. Ich bin kurz auf die Unterschiede zwischen LinkedIn und XING eingegangen und war dabei, mit Youtube und Facebook fortzufahren. Als Übergang hatte ich eine sympathische Folie: „Jeder Kanal verfolgt eigene Ziele und hat eine Sprache. Ein wichtiges gemeinsames Ziel ist, Deine Besucher auf Deine Seite zu lenken.“ Dabei streifte ich das Thema SEO, relevanten Content, Keywords und natürlich auch Profile bei Suchmaschinen.

Die erste Hand erhob sich „Was genau meinst Du damit, wenn Du sagst, dass es unterschiedliche Suchprofile gibt?“ Meine Antwort lautete sinngemäß:

„Jede Person sucht nach unterschiedlichen Dingen zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlicher Intensität. Das ergibt ein persönliches Suchprofil.“

Vier weitere Hände erhoben sich, noch mehr Fragen und ein enormes Interesse an dem Thema Suchprofile. Also warf ich meine Präsentation über den Haufen und ging auf alle Fragen zum Thema Suchprofile im Netz ein.

Ich verabscheue Geschwafel, liebe Machen und Macher. Deshalb arbeiten wir (fast) ausschließlich mit Geschäftsführern und Inhabern. Personen, die es gewohnt sind, hart und gezielt anzupacken. Ich forderte meine Teilnehmer auf, ihre Handys zu zücken. Etwas, dass ich bei Vorträgen eher meide.  Ich bat meine Teilnehmer Google auszuwählen, dort „Wanderschuhe“ einzugeben und das Ergebnis für sich zu behalten.

Beispiel für Google Suche: Wanderschuhe

Gespannt was ich als nächstes machen würde, stellte ich eine Wette auf: mindestens neun der 15 Anwesenden würden gleiche Ergebnisse, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge bekommen, mindestens zwei Personen würden ein Ergebnis in den ersten drei Suchergebnissen sehen, dass komplett anders ist, als das der Anderen.

Ich hätte um Geld wetten sollen, denn ich bekam recht. Meine Teilnehmer waren erstaunt.

Wie konnte das sein?

Um diesen Artikel kurz zu halten, gehe ich nur auf die wichtigsten Fakten ein:

  • Jeder Nutzer hat ein eigenes Such- und Nutzerprofil. Dabei ist von Bedeutung, ob man viel oder wenig surft, täglich mehrmals oder nur einmal im Monat im Netz ist.
  • Je nach dem was der User, wann, wie, wo und wie oft sucht passt sich dieses Profil kontinuierlich an. Unaufhörlich.
  • Auch die heruntergeladenen Apps tragen zu dem Profil des Users bei. Sogar die, die installiert und später deinstalliert wurden
  • Es spielt sogar eine Rolle, wie oft, wann und wo der User das Handy in die Hand nimmt und Apps wie WhatsApp oder Mails nutzt

Google stellt Suchergebnisse zur Verfügung, die dem Such- und Nutzverhalten am ehesten entsprechen. Also solche Ergebnisse, von denen der dahinterstehende Algorithmus die höchsten Chancen ausrechnet, dass die Ergebnisse für den Nutzer relevant sind.

In dem Fall des anderen Ergebnisses, wusste ich, dass der anwesende Herr selten online war. Und falls doch, dann nur am Desktop. Er hatte noch nie Online etwas gekauft, und ging mit seinem Smartphone nur dann Online, wenn er Mails abrufen wollte. Danach schaltete er seine Daten wieder aus, um Akku zu sparen. Er nutzt ein Navigerät, dass in seinem Wagen installiert ist und ich wusste, er hatte keine Apps installiert. Er schrieb keine SMS, weil er telefonieren bevorzugte. Seine Reisen wurden von seiner Sekretärin gebucht. Die Urlaubsplanung übernahm die Ehefrau.

Seine Sitznachbar, gleicher Geburtsjahrgang, war nahezu dauerhaft Online. Sein Handy war ein fester Bestandsteil seines Arbeitsplatzes und auch seines privaten Lebens. Er las fast ausschließlich digital, verfügte über diverse Apps, darunter drei unterschiedliche zum Chatten und zwei Wetter Apps. Auch er hatte eine Sekretärin und war verheiratet. Allerdings buchte er nahezu alles selbst, überwiegend Online, sowohl mobil als auch von zu Hause und seinem Arbeitsplatz aus. Sein Geschäft war mindestens so erfolgreich, wie das des Sitznachbarn.

Ich lies beide Herren mir die o.g. Eigenschaften diktieren und schrieb einige Stichworte an das Flipchart. Und dann fragte ich in die Runde: Stellen wir uns Mal vor, wir wären Google. Zu uns kommen diese beiden Herrschaften. Beide sagen nur „Wanderschuhe“. Was bieten wir den an?

Nun – von dem einem Herren wissen wir wirklich nur sehr wenig. Sein Profil ist ziemlich leer. Wir wissen wirklich nur elementare Dinge. Von dem anderen Herrn hingegen wissen wir jede Menge. Weil er mit jedem Klick im Netz eine kleine Spur hinterlässt, so wie kleine Krümel, wenn man ein Croissant isst. Nur sind es keine Brotkrumen, sondern Kekskrumen, die in der Fachsprache „Cookies“ genannt werden. Allerdings hinterlässt er sie nicht, sie werden ihm in den Rechner installiert. Ohne Cookies funktionieren die meisten Webseiten nicht. Mit anderen Worten: Sagst Du mir nicht, wer Du bist – darfst Du nicht auf meine Seite. Aus den Cookies wird ein Profil erstellt. Es scheint, dass unser Herr ein Wassersportler ist, denn er checkt samstags die Regen- und Windbedingungen. Er kauft sein Segelbootzubehör überwiegend bei Amazon ein und vergleicht Preise. Nicht viel, aber er nimmt sich Zeit. Amazon ist nach Google die größte Datenkrake der Welt. Nur steht Amazon nicht so oft in der Kritik z.B. zum Thema Datenschutz wie Google.

Wanderschuhe Suchergebnisse Teil 1
Wanderschuhe Suchergebnisse Teil 2

Würden wir den beiden wirklich das gleiche Produkt anbieten? Vermutlich nicht.

Warum nicht? Nun, über den Einen wissen wir so viel, dass wir ihm sogar Schuhe in seiner Größe anbieten könnten. Und da wir von dem anderen Herrn nicht so viel wissen, müssen wir erstmal „testen“, was er genau sucht. Klingt einleuchtend, oder?

Das haben meine Teilnehmer auch so gesehen. Ich konnte danach den Teilnehmern leicht erklären, dass ihr Profil auch in den sozialen Medien existiert. Und das alles was wir machen, worauf wir klicken was wir liken oder kommentieren, das eigene Profil ständig anpasst. Ich bin kurz darauf eingegangen, warum bei den EU-Wahlen in 2019 manche Personen von den Ergebnissen überrascht waren. Oder von den US-amerikanischen Wahlen, als Hillary Clinton gegen Donald Trump verloren hat. Auf die Frage, wie man sich von dem eigenen Profil entfernen kann, hatte ich nur die Antwort parat, die einst Mark Zuckerberg der Gründer von Facebook gegeben hat: Genau so, wie man sich von seinem Schatten trennt. Gar nicht.

Als kleines Trostpflaster machte ich die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass es Nutzerprofile schon sehr lange vor dem Internet gab. Nämlich mit der Einführung von EC und Kreditkarten. Und das war bereits in den 1950er Jahren.

Was hat das mit Ihrem Business zu tun? 

Sie müssen dafür sorgen, dass Ihre Kunden mit ihren Suchprofilen Ihr Unternehmen, Ihre Dienstleitung und Ihre Produkte findet.

Ich möchte auf Seite 1 bei Google!